Ist Ihnen beim Durchsehen des Datenblatts der Eintrag „Servolenkungstyp“ aufgefallen? Gängige Optionen in diesem Abschnitt sind mechanische, elektronische und elektrische Servolenkung. Was genau bedeutet „Servolenkungstyp“? Was bedeuten diese drei Varianten? Worin bestehen die Unterschiede sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme?
Wir alle kennen das: Wenn der Motor nicht läuft, ist es selbst mit aller Kraft unglaublich schwer, das Lenkrad zu drehen. Stellen Sie sich vor – wollen Sie wirklich ein fast zwei Tonnen schweres Fahrzeug mühelos manövrieren? Um dieses Problem zu lösen, wurde die Servolenkung entwickelt. Wie der Name schon sagt, unterstützt sie Sie beim Lenken. Aktuell bietet der Markt hauptsächlich drei Arten von Servolenkungen an: mechanische hydraulische Servolenkung, elektronische hydraulische Servolenkung und elektronische Servolenkung.
1. Mechanisch-hydraulische Servolenkung
Mechanische hydraulische Servolenkungen bestehen typischerweise aus Komponenten wie einer Hydraulikpumpe, Ölleitungen, Druck- und Durchflussregelventilen, Antriebsriemen und Ölbehältern. Das Funktionsprinzip beruht darauf, dass die Hydraulikpumpe Öldruck erzeugt, um einen Kolben zu betätigen. Dadurch entsteht eine Hilfskraft, die die Lenkgestänge antreibt und so das Lenken unterstützt. Fahrzeuge mit diesem System weisen bei langsamen Kurven mit großem Radius oft ein schwergängigeres Lenkgefühl und eine höhere Motorlast auf. Aufgrund des hohen Drucks der Hydraulikpumpe ist die Servolenkung zudem anfälliger für Beschädigungen. Mechanische hydraulische Servolenkungen werden häufig in den meisten Kleinwagen eingesetzt.
2. Elektronische hydraulische Servolenkung
Das elektronisch-hydraulische Servolenksystem besteht im Wesentlichen aus einem Vorratsbehälter, einem Servolenkungssteuergerät, einer elektrischen Pumpe, einem Lenkgetriebe und einem Servolenkungssensor. Es verwendet eine elektrisch angetriebene Pumpe, wobei das Servolenkungssteuergerät und die elektrische Pumpe eine integrierte Einheit bilden. Dieses System ermöglicht ein sanfteres Kurvenfahren und eine komfortablere Fahrt, indem es die optimale Lenkunterstützung anhand von Signalen wie Fahrzeuggeschwindigkeit und Lenkwinkel berechnet, die vom Steuergerät erfasst werden. Das elektronisch-hydraulische Servolenksystem ist derzeit das am weitesten verbreitete Servolenksystem.
Die Servolenkung besteht im Allgemeinen aus einem Lenksensor, einem elektronischen Steuergerät, einem Elektromotor, einem Untersetzungsgetriebe, einem mechanischen Lenkgetriebe und einem Netzteil, wobei die genaue Konfiguration variieren kann. Durch den Verzicht auf hydraulische Komponenten wie Hydraulikpumpe, Hydraulikleitungen und Lenksäulenventilblock ergibt sich eine einfachere Konstruktion. Unter der Steuerung des elektronischen Steuergeräts kann das Fahrzeug eine variable Lenkunterstützung realisieren. Dies bedeutet mehr Unterstützung und eine leichtere Lenkung bei niedrigen Geschwindigkeiten, während bei höheren Geschwindigkeiten weniger Unterstützung und eine schwerere Lenkung bereitgestellt werden. Wenn kein Lenkeinschlag erforderlich ist, bleibt das System inaktiv und befindet sich im Ruhezustand, bis es aktiviert wird. Solche Servolenkungen sind häufig in Oberklasse-Limousinen zu finden, und immer mehr Fahrzeuge setzen auf diese Form der Lenkunterstützung.
Die Servolenkungsflüssigkeit ist ständig extremem Druck und hohen Temperaturen ausgesetzt und altert daher mit der Zeit. Sie verliert ihre Schmierfähigkeit und wird verunreinigt. Dies führt zur Bildung von Ablagerungen wie Lack, was Lenkschwierigkeiten und Lenkradvibrationen verursacht. Die Servolenkung ist für unsere Fahrsicherheit unerlässlich.
Wie oft sollte die Servolenkungsflüssigkeit gewechselt werden? Fahrzeughersteller schreiben zwar kein striktes Wechselintervall für die Servolenkungsflüssigkeit vor, es wird jedoch empfohlen, sie alle 40.000 bis 50.000 Kilometer oder alle zwei bis drei Jahre zu wechseln, um Verunreinigungen oder Materialermüdung und damit verbundene Probleme zu vermeiden. Sollte bei einer Überprüfung des Servolenkungssystems der Flüssigkeitsstand unter der Mindestmarkierung liegen, die Flüssigkeit merklich dünner geworden oder dunkler geworden sein, muss sie umgehend gewechselt werden.
Zum Schluss noch ein Warnhinweis an alle Autofahrer, die Getriebeöl anstelle von Servolenkungsflüssigkeit verwenden: Davon ist dringend abzuraten. Die beiden Flüssigkeiten unterscheiden sich in Viskosität, Molekularstruktur und Funktion und können die Lenkung beschädigen. Die Auswirkungen sind zwar nicht sofort sichtbar, doch die inneren Gummidichtungen der Lenkeinheit verschleißen, was zu anhaltendem Ölverlust führt. Die Lenkung ist entscheidend für die Fahrsicherheit, da sie den Kraftaufwand beim Lenken reduziert und ein angenehmeres Fahrgefühl ermöglicht. Regelmäßige Wartung und Inspektion sind daher unerlässlich!
Verschiedene Servolenksysteme erfordern unterschiedliche Wartungsansätze. Bei mechanisch-hydraulischen Systemen ist es wichtig, bei regelmäßigen Kontrollen sicherzustellen, dass der Servolenkungsbehälter stets ausreichend mit Servolenkungsflüssigkeit gefüllt ist. Vermeiden Sie es außerdem, das Lenkrad über längere Zeit im Volleinschlag zu halten. Achten Sie regelmäßig darauf, ob sich die Lenkung ungewöhnlich schwergängig anfühlt oder ungewöhnliche Geräusche von sich gibt. Treten solche Symptome auf, überprüfen Sie umgehend Bauteile wie den Keilriemen der Ölpumpe und den internen Druck. Bei elektrohydraulischen Systemen ist die regelmäßige Kontrolle des Servolenkungsflüssigkeitsstands unerlässlich; sobald die Warnleuchte aufleuchtet, ist eine sofortige Untersuchung erforderlich. Bei elektrischen Servolenkungen erfordert die Wartung trotz ihrer relativ einfachen Bauweise mehr als nur eine Sichtprüfung. Sollte die Lenkung nicht mehr reagieren oder sich schwergängig bewegen lassen, sind Diagnosegeräte für eine genaue Messung unerlässlich.