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Prinzipien von Abgasturboladern, Ladedruckaufbaudrehzahl, Bypassventil, Aktivierungszeitpunkt, detaillierte Fehler

I. Funktionsprinzip des Abgasturboladers

Der Turbolader besteht aus drei Teilen: dem Turbinenende (Abgasseite), dem Verdichterende (Ansaugseite) und dem Mittelteil (Lager, Ölkühlung und Ölkanäle), die auf derselben Achse starr miteinander verbunden sind.


1. Abgasangetriebene Turbine

Hochtemperatur- und Hochdruckabgase aus dem Verbrennungsprozess des Motors strömen vom Abgaskrümmer in das Turbinengehäuse, treffen mit hoher Geschwindigkeit auf die Turbinenschaufeln und bewirken eine schnelle Drehung der Turbinenwelle (normale Drehzahl: 80.000–200.000 Umdrehungen pro Minute). Die Energie dieser Abgase würde sonst durch die direkte Ableitung über das Abgasrohr verloren gehen; die Turbine gewinnt diese kinetische Energie zurück.


2. Der koaxiale Antrieb verdichtet Luft im Verdichter

Das andere Ende der Turbinenwelle ist mit dem Verdichterrad verbunden, das sich synchron mit der Turbine mit hoher Geschwindigkeit dreht, Frischluft aus dem Luftfilter ansaugt und sie zwangsweise verdichtet.


3. Ladeluftkühlung senkt die Temperatur und erhöht die Luftmassendichte

Verdichtete Luft erwärmt sich und ihre Dichte nimmt ab; die durch die Verdichtung erzeugte Hochdruckluft wird zunächst durch einen Ladeluftkühler (luftgekühlt oder wassergekühlt) geleitet, um abgekühlt zu werden, und anschließend wird die kalte, hochdichte Luft in die Zylinder geführt.


4. Kreislauflogik

Mehr Luft = mehr Kraftstoffeinspritzung = höheres Drehmoment und mehr Leistung; ein Motor mit kleinem Hubraum liefert die Leistung eines Motors mit großem Hubraum, während gleichzeitig der Kraftstoffverbrauch verbessert und die Abgasemissionen reduziert werden.


5. Schmier- und Kühlsystem

Motoröl wird kontinuierlich in die schwimmenden Zwischenlager geleitet, um die sich mit hoher Geschwindigkeit drehende Welle zu schmieren und Reibungswärme abzuleiten; einige Modelle verfügen über einen separaten Wasserkühlkreislauf, der nach dem Abstellen eine verzögerte Kühlung ermöglicht, um zu verhindern, dass Hochtemperatur-Kohlenstoffablagerungen zu einem Lagerschaden führen.


II. Bei welcher Motordrehzahl beginnt der Turbolader zu arbeiten und Ladedruck aufzubauen?

Es wird in drei Stufen unterteilt: die Eingriffsdrehzahl (Turbinendrehung), die Ladedruck-Einsatzdrehzahl (wirksamer Ladedruck) und die maximale Drehmomentdrehzahl (voller Ladedruck):


1. Der Turbolader beginnt sich zu drehen (kein Ladedruck)

Bei Leerlaufdrehzahlen unter 1.000 U/min ist der Abgasstrom gering und der Turbolader dreht sich langsam, wodurch praktisch kein Ladedruck erzeugt wird; bei etwa 1.200 U/min dreht sich der Turbolader deutlich, aber es gibt nur eine geringe Vorverdichtung und keine spürbare Leistungssteigerung.


2. Ladedruck-Einsatzdrehzahl (spürbarer Leistungsschub, wirksamer Ladedruck)

Benzinmotoren mit kleinem Hubraum 1.2T/1.5T für Pkw: Zwischen 1.500 und 1.700 U/min beginnt sich ein Ladedruck von etwa 0,4 bar aufzubauen, was zu einer spürbaren Leistungssteigerung führt;

Gängige 2.0T-Benzin-Pkw: Der Ladedruck baut sich ab 1.400–1.600 U/min auf;

Turbolader von Diesel-Lkw: liefert bereits bei niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment und baut den Druck schon bei 1.200–1.400 U/min auf.


3. Bereich des maximalen Ladedrucks

Benzinmotor: Hält den Nennladedruck zwischen 1.800 und 4.000 U/min aufrecht; oberhalb von 4.000 U/min wird der Abgasstrom zu groß und das Bypassventil baut den Druck ab.

Hinweis: Moderne Turbolader mit geringer Trägheit und kleinen Schaufeln (Leichtbau-Turbolader) bauen den Ladedruck früher auf und liefern bereits ab etwa 1.300 U/min einen wirksamen Ladedruck; ältere, größere Turbolader haben ein deutliches Turboloch und beginnen erst ab 2.000 U/min Leistung zu liefern.


III. Aufbau, Funktion und Aktivierungsbedingungen des Bypassventils (Druckbegrenzungsventils)

1. Zwei Arten von Bypassventilen

(1) Abgas-Bypassventil (mechanisches Druckbegrenzungsventil, die häufigste Art): Es ist auf der Abgasseite der Turbine angebracht und verschließt den Abgasdurchgang der Turbine mit einem Metallventil.

(2) Elektronisches Druckbegrenzungsventil (elektronisch gesteuerter Aktuator, neue Modelle): motorbetrieben mit präziser Steuerung der Öffnung.


2. Hauptfunktion

(1) Begrenzung des maximalen Ladedrucks zum Schutz von Motor und Turbolader; das Bypassventil leitet überschüssiges Abgas um, um den maximalen Ladedruck zu steuern (Nennladedruck von Benzinmotoren: 0,8–1,2 bar).

(2) Verringerung des Turbolochs
Bei niedrigen Drehzahlen schließt das Ventil vollständig, sodass 100 Prozent des Abgases durch den Turbolader strömen und der Druck schnell aufgebaut werden kann; bei hohen Drehzahlen wird das Abgas umgeleitet, um den Druck zu stabilisieren.
(3) Abschalten und Druckentlastung zum Schutz des Verdichters
Wenn das Gaspedal losgelassen wird, schließt die Drosselklappe sofort; die verdichtete Luft kann nicht in den Zylinder gelangen, und der hohe Druck in der Rohrleitung wirkt gegen das Verdichterrad, wodurch es beschädigt werden kann; das Bypassventil arbeitet mit der Druckentlastung zusammen, um Pumpen zu verhindern.
(4) Optimierung der Abgasströmungsgeschwindigkeit während Kaltstart- und Leerlaufbedingungen
Die Drosselklappe leicht öffnen, während der Motor kalt ist und im Leerlauf läuft, um die Erwärmung des Dreiwege-Katalysators zu beschleunigen und Kaltstartemissionen zu reduzieren.


3. Aktivierungszeitpunkt (Logik des mechanischen Bypassventils)

Die mechanische Ausführung wird durch eine druckbeaufschlagte Membran angetrieben:

Niedrige Drehzahl (1.200–1.800 U/min): Der Ansaug-Ladedruck ist niedrig, die Membrankammer übt keinen Schub aus, das Bypassventil ist vollständig geschlossen und die Turbine wird vollständig durch die Abgase angetrieben.

Wenn die Motordrehzahl den Bereich des vollen Ladedrucks erreicht (über 1.800 U/min): Der Ladedruck im Ansaugkrümmer erreicht den eingestellten Schwellenwert (etwa 0,9 bar), und Hochdruckluft wird in die Aktuator-Membrankammer geleitet, wodurch die Verbindungsstange das Bypassventil öffnet.

Je höher die Drehzahl und je größer die Last: Je weiter öffnet sich das Ventil, desto mehr Abgas wird umgeleitet, und der Ladedruck bleibt konstant, ohne weiter anzusteigen.

Schnelle Beschleunigung beim Bergauffahren auf einer steilen Steigung unter hoher Last: Die Drosselklappe kurz vollständig schließen, um einen kurzen Ladedruckstoß bereitzustellen; das Blow-off-Ventil im Moment des Loslassens der Drosselklappe vollständig öffnen.

Logik des elektronischen Bypassventils: Das Motorsteuergerät (ECU) passt die Ventilöffnung in Echtzeit anhand von Signalen zu Motordrehzahl, Drosselklappenstellung, Ansaugdruck und Kühlmitteltemperatur an, wodurch eine präzisere Steuerung gewährleistet und die mit mechanischen Ventilen verbundenen Druckschwankungen beseitigt werden.


IV. Häufige Fehler, Symptome und Ursachen im Zusammenhang mit Turboladern.

(1) Öllecks (häufigster Fehler)

1. Ölaustritt aus dem Ansaugkanal auf der Verdichterseite

Symptome: Öl am Luftfilter, starke Schlammablagerungen an der Drosselklappe/dem Ansaugkrümmer, blauer Rauch beim Kaltstart und übermäßiger Motorölverbrauch.

Mögliche Ursachen:

① Das PCV-Ventil im Kurbelgehäuseentlüftungssystem ist blockiert, wodurch ein übermäßiger Druck im Kurbelgehäuse entsteht, der Motoröl in den Ölrücklaufkanal des Turboladers drückt.

② Die Turbolader-Ölrücklaufleitung ist gequetscht oder blockiert, wodurch der Ölrücklauf aus dem Zwischengehäuse beeinträchtigt wird; dies führt dazu, dass der Öldruck die Öldichtung aus ihrer Position drückt.

③ Zu großes Verschleißspiel der Gleitlager führt zum Versagen der Öldichtung.

④ Längere Kurzstreckenfahrten mit kaltem Motor führen dazu, dass Motoröl und Kohlenstoffablagerungen die Ölrücklaufkanäle blockieren.

2. Öl tritt am Abgasende des Turboladers aus, und blauer Rauch kommt aus dem Auspuffrohr.

Alterung der Turbolader-Öldichtung und Lagerverschleiß können dazu führen, dass Motoröl in die Abgasanlage gelangt, was durch Hochtemperaturverbrennung blauen Rauch verursacht und dazu führt, dass der Dreiwege-Katalysator verstopft und ausfällt.


(2) Unzureichender Ladedruck, Leistungsmangel und träge Beschleunigung

Symptome: Schlechte Beschleunigung, Leistungsmangel beim Bergauffahren, aufleuchtende Warnleuchte und Ansaugdruckwerte deutlich unter dem Standardwert.

Mögliche Ursachen:

1. Das Bypassventil klemmt oder bleibt geöffnet, wodurch eine große Menge Abgas direkt umgeleitet wird und der Turbolader keinen Druck aufbauen kann (aufgrund von Federermüdung des mechanischen Ventils oder durch Kohlenstoffablagerungen verursachtes Festsetzen des Ventils).

2. Risse in den Ansaugrohren, im Ladeluftkühler oder in den Unterdruckschläuchen führen zu Lecks in der Druckluft.

3. Das Turbolader-Laufrad ist mit Kohlenstoffablagerungen und Öl bedeckt, wodurch der Drehwiderstand erhöht wird.
4. Der elektronische Wastegate-Stellmotor ist ausgefallen, wodurch die ECU das Ventil dauerhaft in geöffneter Stellung ansteuert.
5. Der Dreiwege-Katalysator ist verstopft, wodurch ein übermäßiger Abgasgegendruck entsteht; die Abgase können den Turbolader nicht antreiben.

(3) Übermäßiger Ladedruck, Motorklopfen, Fehlerwarnungen

Symptome: Ruckartige Beschleunigung, aufleuchtende Motorfehlerleuchte, Warnung vor übermäßigem Ladedruck; in schweren Fällen Versagen der Zylinderkopfdichtung.

Mögliche Ursachen:

1. Das Bypassventil ist durch Kohlenstoffablagerungen festgesetzt und vollständig geschlossen; es erfolgt keine Abgasumleitung, und der Ladedruck überschreitet die Grenze.
2. Die Unterdruckleitung des Entlastungsventils hat sich gelöst oder ist gerissen; die Membranbaugruppe hat keinen ausreichenden Druck und kann das Ventil nicht öffnen.
3. Der elektronisch gesteuerte Entlastungsmotor ist festgesetzt und kann den Befehl zum Öffnen des Ventils nicht ausführen.

(4) Ungewöhnliche Geräusche vom Turbolader

1. Pfeifen (anhaltendes, hochfrequentes Kreischen)
Am deutlichsten bei hohen Drehzahlen; verursacht durch Luftlecks in den Ansaug- oder Ladeluftkühlerleitungen, leichte Verformung des Laufrads oder Luftlecks durch Spalte im Gehäuse.
2. Metallisches Schleifen oder Klickgeräusche
Verschlissene Lager; Laufrad schleift am Gehäuse (Ölmangel, längerer Trockenlauf bei hohen Temperaturen oder Eindringen von Fremdkörpern in den Turbolader).
3. Zischgeräusch durch Druckentlastung
Deutlich beim Loslassen der Drosselklappe; dies ist eine normale Druckentlastung. Ein kontinuierliches Zischen im Leerlauf weist darauf hin, dass das Bypassventil nicht richtig schließt.


(5) Starker Turbolag; Leistungsmangel bei niedrigen Drehzahlen

Symptom: Die Leistung setzt erst ein, nachdem das Gaspedal länger als eine Sekunde gedrückt wurde; das Fahrzeug hat beim Überholen bei niedrigen Geschwindigkeiten zu wenig Leistung.

Mögliche Ursachen:
1. Ein Turbolader mit hoher Trägheit in Kombination mit einem Motor mit kleinem Hubraum.
2. Kohlenstoffablagerungen blockieren den Abgaskrümmer und das Turboladergehäuse, wodurch ein unzureichender Abgasstrom entsteht.
3. Das Bypassventil ist leicht geöffnet und leitet Abgas bei niedrigen Drehzahlen um.
4. Ein Leck im Abgasrohr verursacht einen Verlust der Abgasenergie.

(6) Beschädigung des Verdichterrads, Festfressen der Turbine (schwerwiegender Fehler)

Symptome: Überhaupt kein Ladedruck, mangelnde Beschleunigung, ungewöhnliche Geräusche beim Starten und die Welle des Turboladers dreht sich nicht.

Mögliche Ursachen:
1. Unzureichende Motorölversorgung oder vollständiger Ölmangel führt dazu, dass die Hochgeschwindigkeitslager überhitzen, festfressen und blockieren.
2. Fremdkörper (Kohlenstoffablagerungen oder Metallrückstände aus dem Abgas) gelangen in den Turbolader und treffen auf die Schaufeln, wodurch das Verdichterrad bricht.
3. Längerer Betrieb bei hohen Temperaturen führt dazu, dass sich das Zwischengehäuse verformt, wodurch die Welle festläuft.
4. Das sofortige Abstellen des Motors nach Hochgeschwindigkeitsfahrten führt dazu, dass die Ölzirkulation stoppt, wodurch die Lager und Öldichtungen durch hohe Temperaturen verbrannt werden.

(7) Überhitzung; der Turbolader glüht rot.
Es ist normal, dass das Turboladergehäuse nach längerem Bergauffahren unter Volllast rot glüht; wenn es jedoch bereits im Leerlauf rot glüht, deutet dies auf einen verstopften Abgasweg, eine übermäßige Kraftstoffeinspritzung mit verzögerter Verbrennung oder ein klemmendes Bypassventil hin, wodurch sich kontinuierlich Hochtemperatur-Abgase ansammeln.

V. Wichtige Punkte für die ergänzende Wartung (zur Verringerung von Ausfällen)
1. Lassen Sie den Motor beim Kaltstart 30 Sekunden im Leerlauf laufen, damit der Turbolader vollständig geschmiert wird, bevor die Drehzahl erhöht wird.
2. Nach langen Fahrten mit hoher Belastung lassen Sie den Motor 1–2 Minuten im Leerlauf laufen, bevor Sie ihn abstellen, um eine Überhitzung durch fehlendes Kühlöl zu verhindern.
3. Verwenden Sie durchgehend das vom Hersteller vorgeschriebene vollsynthetische Motoröl und wechseln Sie den Ölfilter regelmäßig.
4. Reinigen Sie das PCV-Ventil (Kurbelgehäuseentlüftungsventil) regelmäßig, um Öllecks durch übermäßigen Druck im Kurbelgehäuse zu verhindern.
5. Vermeiden Sie häufige Kurzstreckenfahrten, da dies dazu führen kann, dass das Motoröl emulgiert und Kohlenstoffablagerungen die Ölrücklaufkanäle blockieren.

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